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Ein Jahr mit Hund

Vor einem Jahr ist ja bei uns ein Welpe eingezogen. Klein, flauschig, süß. Aber mal ganz ehrlich, alle kleinen Hunde sind doch süß, oder?
Anfangs waren wir ja alle aufgeregt, es wurde wegen jeder Kleinigkeit gleich nachgeschaut, wir mussten uns quasi auf unseren neuen Mitbewohner einstellen. Gleich zu Beginn habe ich viel nachgelesen und auch wegen jeder Kleinigkeit meine Cousine, eine erfahrene Hundebesitzerin, angerufen – um mich selbst einfach zu beruhigen. Wir wollten ja nichts falsch machen.

Die ersten Tage wurde nachts der Wecker gestellt, denn Welpen müssen ja auch nachts raus. Nach ein paar Tagen haben wir es aber ohne nächtliche Spaziergänge versucht und es klappte wunderbar. Klar ging manchmal etwas daneben und der Holzboden im Wohnzimmer wurde mit der Wiese im Garten verwechselt, aber diese kleinen Hoppalas hielten sich in Grenzen.

Das richtige Futter zu finden war eine etwas größere Herausforderung. Unser Hund ist nämlich wählerisch. Und verträgt leider auch nicht alles. Und es sollte ein Trockenfutter sein (der Hund würde anderes auch fressen, aber uns ist es so lieber).
Zu Beginn habe ich gleich ein sehr hochwertiges, preislich noch verträgliches, Hundefutter bestellt. Es wurde zwar gerne gefressen, aber leider hat er es nicht wirklich gut vertragen. Die zweite Futtersorte rührte er nicht an. Außer er war schon sehr sehr sehr sehr hungrig. Und zur Info, Hundefutter gibt es in allen Preiskategorien – natürlich mochte unserer die Probepackung des allerteuersten Futters am liebsten. Nach einem halben Jahr haben wir dann endlich ein passendes und scheinbar geschmackvolles Futter gefunden.

Da wir uns ja nicht lange frei nehmen konnten, als der kleine Wuschel einzog, musste er schon früh alleine zu Hause bleiben. Klappte, solange er noch so klein war, ganz gut, er bliebt sauber und machte auch nichts kaputt. Aber kaum war er so ein halbes Jahr alt, ging er vormittags auf Entdeckungs- und Zerstörungstour. Hier mal ein Schuh, da mal eine Blume,  – das Vorhaus sah mittags manchmal sehr zerstört aus. Mützen mit Bommel liebt er übrigens noch heute – aber nur den Bommel, die Mütze ist ihm ganz egal :).
Möbel und Türen blieben aber zum Glück verschont. Seitdem wir morgens auch eine größere Runde spazieren gehen und er sich gleich ein wenig auspowern kann, ist es viel besser. Nur im Garten ein wenig herumschnüffeln, war ihm dann doch zu wenig morgendliche Beschäftigung.

Der erste Stock und auch das Badezimmer im Erdgeschoss sind für ihn tabu. Neugierig wie er ist, musste er natürlich auch mal den oberen Stock erkunden und gleich ein wenig Unordnung in das Zimmer der großen Zuckerpuppe bringen – dann kam eine Absperrung für die offene Treppe – mittlerweile hat er es gelernt. Die einzige Sache, bei der er wirklich hartnäckig bleibt, ist die Couch. Er will immer hinauf, besonders dann, wenn wir es uns zu viert auf der Couch gemütlich gemacht haben. Da bettelt er mal bei den Kindern, dann bei mir – obwohl er ganz genau weiß, dass es eine Tabuzone ist. Aber da bleiben wir hart. Irgendjemand erbarmt sich dann meist und setzt sich in den alten Sessel (quasi sein Sessel) oder zu ihm auf den Boden ;-).

Unser Freizeitverhalten hat sich mit dem Hund verändert. Ein Spaziergang am Nachmittag muss einfach sein. Nur selten fällt dieser aus. Auch morgens heißt es zuallererst mal mit dem Hund nach draußen. Ausflüge werden großteils auch so geplant, dass wir den Hund mitnehmen können. Wenn wir aber ohne ihnunterwegs sind, müssen wir immer darauf achten, dass es nicht zu lange dauert. Oder wir haben einen Hundesitter. Zum Glück haben wir einige in der Familie, die sich gerne für Spaziergänge und dergleichen bereit erklären. Wenn wir überhaupt ohne ihn wegfahren, dann bleibt er bei meiner Mama – haben wir im Vorfeld schon so abgesprochen, weil ohne familiäre Unterstützung würde es nicht funktionieren.

Im letzten Sommer war der Kleine mit in Kroatien. Da hatten wir ein Haus und es lief alles ganz problemlos ab. Auch im diesjährigen Sommerurlaub wird er uns begleiten, obwohl es ja gar nicht so einfach ist, etwas zu finden, wo der Hund mitkommen darf und es doch noch für alle anderen passt. Aber es sieht ganz gut aus.

 

Die Arbeit die ein Hund so mit sich bringt, habe ich ja gnadenlos unterschätzt. Ich würde ihn nie mehr hergeben, aber gleich zu Beginn musste ein neuer Staubsauger her, weil der alte einfach zu schwach war. Frisch gewischter Boden ist außerdem nur so lange sauber, bis der Hund vom nächsten Outdoor-Ausflug zurück ist. Ganz egal ob man ihm die Pfoten abtrocknet oder nicht – er hinterlässt einfach Spuren. Und wir haben es uns angewöhnt Hausschuhe zu tragen, ansonsten sind die Hundehaare im ganzen Haus kreuz und quer verteilt.
Natürlich wollen wir einen halbwegs gut erzogenen Hund, deshalb haben wir uns auch viele Tipps geholt. Trainiert haben wir aber großteils alleine mit ihm. Kunststücke muss er ja keine können, er soll vor allem die wichtigsten Kommandos beherrschen. Ehrlichgesagt könnte ich da ein wenig mehr mit ihm trainieren, aber manchmal fehlt mir einfach die Zeit. Das wichtigste kann er und manchmal, wenn etwas anderes interessant ist, hört er halt nicht – aber das kennen wir ja auch von den Kindern 😉

Das erste Jahr mit unserem Hund war also spannend. Hergeben würden wir ihn auf keinen Fall. Er bereichert unsere Familie, ist da, wenn jemand traurig oder wütend ist und versucht zu trösten, freut sich jedes Mal, wenn man morgens aufsteht oder nach Hause kommt. Ein echt treuer Wegbegleiter – unser Keks. (ja, er heißt wirklich so)

 

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