Allgemein, Familienchaos

Plötzlich Familienalltag – eine große Umstellung für mich

Im Idealfall läuft es bei einem Pärchen ja so: Man lernt sich kennen, versteht sich gut, kommt zusammen. Verbringt viel Zeit miteinander, lernt einander kennen, beschließt irgendwann zusammenzuziehen und wenn es passt, wird eine Familie gegründet.

Bei mir, besser gesagt bei uns, lief es ein wenig anders – eine neue Beziehung und gleich zwei Kinder dazu. Da gab es nicht viel Zeit für uns zu Zweit. Ich kann sagen, wir haben uns mit den Kindern kennengelernt. Nachdem sie ja schon bei meinem Partner wohnten, war dies unumgänglich. Klar konnten wir auch mal Sachen zu Zweit unternehmen, wenn die Kinder bei ihrer Mama oder auch bei Oma waren – aber eben nicht so, wie ein kinderloses Pärchen sich kennenlernt.

Nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte, war ich auch noch ein wenig im Zwiespalt aufgrund meiner Wohnsituation. Kurzum, nach knapp einem halben Jahr haben wir beschlossen, mit den Kindern zusammen in das bereits gebaute Haus zu ziehen. Ob es klappen würde, wussten wir nicht. Aber mit den zwei Zuckerpuppen an seiner Seite gab es kaum eine andere Möglichkeit, denn zwei getrennte Wohnsitze wären doch kompliziert geworden. Somit wurde das Haus mal bewohnbar gemacht und ich durfte bei der Inneneinrichtung bereits mitentscheiden (eine sehr komische Situation kann ich euch sagen). Ein paar Monate später zogen wir ein.

Da ging es dann erst richtig los. Um die Wäsche der Kinder hatte sich bislang hauptsächlich die Oma gekümmert. Auch um das Essen und die diversen Haushaltsarbeiten. Plötzlich hatte ich nicht nur mehr meine Dinge, sondern gleich die von drei anderen Personen dazu. Die Wäsche türmte sich im Waschraum, neben meiner damaligen Arbeit kam ich mit dem Aufräumen und Putzen manchmal kaum hinterher und anfangs tat ich mir beim Einkaufen und Kochen sehr schwer – 4 Personen brauchen nun doch mehr als nur eine allein. Es lief anfangs äußerst holprig, es war einfach viel zu viel auf einmal.

Auch der Alltag und die Zeit zu Hause änderte sich für mich völlig. Nachmittags auf der Couch – mit zwei Kindern Fehlanzeige – außer es läuft ein Kinderfilm. Langes Schlafen am Wochenende, nicht Kochen weil mir die Lust fehlte, einfach mal nicht Aufräumen – ja, da gab es so einiges, was ich mir dann doch einfacher vorgestellt hatte. Und ich war heillos überfordert. Mit der Wäsche. Dem Haushalt. Dem Zusammenleben mit drei anderen Personen –  phuu, es war anfangs ziemlich anstrengend. Natürlich nichts ungewöhnliches. Eine Familie, ein Haus, zwei Kinder, beide Eltern berufstätig – diese Konstellation gibt es ja sehr häufig. Ein normales Paar mit Kindern wächst allerdings in diese Situation hinein – zuerst ein Kind, vielleicht ein zweites. Ich habe gleich mal ein paar Schritte übersprungen und bin direkt ins eiskalte Wasser getaucht.
Spontanes Kaffeetrinken mit Freundinnen, Shoppingsausflüge und Kurztrips – natürlich kamen anfangs auch diese Sachen zu kurz. Dinge, die ich eben gerne machte oder immer noch mache. Klar geht es auch mit Kindern, aber ich musste schauen, dass ich den normalen Alltag auf die Reihe bekam und dann fehlte mir für diese Dinge oft die Lust oder die Zeit.

Mittlerweile hat es sich aber zum Glück eingependelt, der Alltag läuft und wenn die Kinder mal ein paar Tage nicht zu Hause sind, ist es wirklich komisch und so eigenartig ruhig. Zum Glück ist es so.

Ich bin zufrieden. Wir sind zufrieden.
Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, es hätte alles ohne jegliche Probleme von Anfang an funktioniert.

alles liebe 💕

 

2 Gedanken zu „Plötzlich Familienalltag – eine große Umstellung für mich“

  1. Wow, ein sehr eindrücklicher Bericht, mal aus einer ganz anderen Sicht. Sehr interessant und man kann sich richtig einfühlen in die ganze Situation. Oft ist’s ja eher so, dass die Mamas die Kinder bei sich haben und wenn da ein Partner dazukommt als Bonuspapa, dann ist der nicht automatisch in der Rolle, wie du es warst, sprich für Haushalt und alles „mit-zuständig“. Umso schöner zu lesen, wie toll du/ihr das gemeistert habt, gratuliere, Dir ist da ein riesiger Spagat von der einen zur anderen Seite gelungen!

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    1. Ja genau so ist es normal – bzw. häufig!
      Mittlerweile gehts uns gut damit, aber wir hatten auch viel Unterstützung von unseren Familien.
      Danke für deine lieben Worte 😊

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