Allgemein, Patchworkleben

Tipps für werdende Bonusmama’s

Als ich meinen Partner kennenlernte, hätte ich gerne jemanden gehabt, der sich in einer ähnlichen oder gleichen Situation befindet. Ein Mann mit Kindern, an und für sich ja nichts Ungewöhnliches in unserer heutigen Zeit, und doch eine sehr komplizierte Situation. Hier habe ich ein paar Tipps für euch, falls ich gerade auf dem Weg seid eine Bonusmama zu werden:

Geduld fürs Kennenlernen haben
Anfangs, in der Kennenlernphase, wenn es so richtig funkt, will man ja viel Zeit
miteinander verbringen. Jede freie Minute muss hier quasi ausgenutzt werden. Wenn der Partner Kinder hat, dann ist dies nicht immer möglich. Natürlich kann man manchmal etwas unternehmen, wenn sich beispielsweise die Großeltern bereit erklären auf die Kinder aufzupassen. Ansonsten heißt es da einfach Geduld bewahren. Wenn man sich nicht täglich sehen kann, muss man es akzeptieren. Entweder schreibt man sich oder man telefoniert, hauptsache man ist nicht eingeschnappt, wenn der andere gerade keine Zeit hat. Man sollte eher diese Momente genießen, die man zu Zweit hat.

Erste Begegnung mit den Kindern
Lasst euch damit genug Zeit. Überstürzt nichts. Erst wenn ihr selbst bereit seid diesen Schritt zu machen, dann ist es in Ordnung. Lasst euch nicht dazu drängen, stimmt einem Kennenlernen erst zu, wenn ihr euch sicher seid und euch damit auch wohl fühlt. Kinder sind sehr offen, trotzdem sollte ihnen da nichts vorgespielt werden. Wenn ihr euch unsicher seid, ob es mit dieser Person überhaupt passt, dann wartet mit dem Kennenlernen der Kinder. Für euch und für die Kinder. Vor allem aber für die Kinder.

Wenn ihr euch dann dafür entscheidet, dürft ihr aufgeregt sein. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Ich brachte den Mädchen etwas Süßes mit, stellte mich ganz höflich vor und mein Freund hat davor den Kindern schon erklärt wer ich bin. Wir haben zusammen etwas gespielt und Kuchen gegessen und anschließend bin ich wieder gegangen. Ich und wir wollten die Kinder keinesfalls überfordern. Eine neue Person im Leben ihres Papa’s ist keine leichte Sache, vor allem, wenn an dieser Stelle immer die Mama stand.

Lasst euch nichts einreden
Eine neue Beziehung ist am Anfang ohnehin schon aufregend. Wird es passen? Wie tickt der andere? Was gefällt mir vielleicht nicht so gut?
Bei einem Mann mit Kindern kommen auch noch andere Faktoren hinzu. Am schlimmsten sind aber die Meinungen der anderen Leute. Meine Familie hat zu mir gesagt, wenn ich mich dafür entscheide, dann unterstützen sie mich. Mehr wollte ich zum damaligen Zeitpunkt auch nicht hören – meine Mama warnte mich aber vor (hier nachlesen – Patchwork ist kein Spaziergang ). Manche konnten sich aber auch nicht verkneifen mir davon abzuraten. Ich würde mir mein Leben völlig verbauen, ich wäre so jung und ungebunden, es wäre eine Katastrophe mich darauf einzulassen… Leider hörte ich solche Kommentare weit öfter, als die Zusage von Unterstützung. Egal ob von Familienmitgliedern, Freunden, angeblichen Freunden oder völlig Fremden. Dazu musste sich scheinbar jeder äußern. Darauf gehört habe ich nicht, aber ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht. Zum Glück habe ich auf mein Herz gehört.

Nehmt nicht die Mama-Rolle ein
Bei uns ist es ein wenig schwierig, da wir ja wie eine normale Familie zusammenleben. Trotzdem bin ich nicht die Mama der Kinder, aber ich bin immer da, wenn sie mich brauchen. Ich unterstütze sie, ermögliche ihnen schöne Erlebnisse und nehme sie auf Reisen mit. Sie gehören ein wenig zu mir, obwohl sie ja nicht zu mir gehören.
Viele Aufgaben einer Mama erledige ich natürlich auch, trotzdem bin ich es nicht. Sie haben eine Mama und unser Anliegen ist es, dass sie mit ihr einen guten Kontakt aufbauen und halten. Es ist wichtig für die Kinder. Ihre Meinung zu der ganzen Situation mit der Patchworkfamilie bilden sie sich früher oder später selbst.
Versucht die Kinder einfach zu begleiten. Seid für sie da, wenn sie jemanden brauchen. Manchmal kommen sie mit der ganzen Patchwork-Miserie nicht klar, bietet ihnen ein offenes Ohr für ihre Probleme und Sorgen an. Nehmt die Kinder ernst. Seid wie eine gute Freundin.

Sprecht nicht schlecht über die Mutter 
Vermeidet blöde und böse Kommentare im Bezug auf die Mutter neben den Kindern. Auch wenn die Kinder etwas erzählen und ihr euch ungerecht behandelt fühlt, seid nicht auf die Kinder zornig. Sie plappern meist nur das nach, was sie hören. Sprecht auf keinen Fall schlecht über die Mama und deren Familie in Gegenwart der Kinder. Natürlich rutscht einem hier und da mal ein blödes Kommentar heraus, aber wirkliches Schimpfen ist absolut tabu. Und wenn ihr mal etwas sagt, versucht den Kindern zu erklären warum ihr euch so darüber ärgert. Sie werden es vielleicht sogar verstehen.

Auch bei anderen Personen wäre ich sehr vorsichtig mit Äußerungen über die Mutter. Redet nur mit jenen Personen, die ihr schon lange kennt und denen ihr völlig vertrauen könnt. Es kann immer sein, dass eine Person euch quasi nur durchchecken will und dabei mit der Mama unter einer Decke steckt (ja, es ist mir so passiert – vielleicht erzähle ich es euch ein anderes Mal). Seid einfach vorsichtig in der Öffentlichkeit und äußert euch so wenig wie möglich zur Situation.

Ich hätte am Anfang gerne jemanden gehabt, der mir ein wenig über die schwierige Zeit hinweggeholfen hätte. Oder mit dem ich mich einfach hätte austauschen können.
Meiner Meinung nach hätten mir diese 5 Tipps viel geholfen – ich wurde allerdings ins kalte Wasser geworfen und musste es selbst lernen. Vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp für euch dabei. Habt ihr noch Tipps für eine werdene Bonusmama? Ich freue mich auf eure Berichte!

Alles Liebe,

eure Vera

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