keine Mama
Allgemein, Patchworkleben

Sie ist gar nicht die Mama!

Oh ja – diesen Satz habe ich schon gefühlte hundert Mal gehört. Und er kommt immer wieder, besonders von Personen, die uns eben erst kennen lernen und nichts über den Hintergrund unserer Patchworkfamilie wissen.

Aber mal langsam… Nein, ich bin nicht die Mama. Das stimmt so und daran gibt es nichts zu rütteln. Ich will auch gar nicht die Mama sein, denn die Zuckerpuppen haben eine Mama. Natürlich habe ich in unserer Patchworkfamilie ja quasi die „Mutterrolle“ eingenommen, es blieb mir ja auch keine andere Wahl, als ich mich für meinen Partner entschieden habe. Die Mädchen sprechen mich allerdings mit dem Vornamen an und das ist gut so. Für mich und für sie.
Zwischenzeitlich führten wir ein Gespräch, ob sie denn Mama zu mir sagen dürfen, denn ich würde mich ja wie eine Mama für sie verhalten. Aber ich habe es klipp und klar gesagt, dass ich dies nicht möchte. Ich respektiere und liebe sie, aber sie haben eine Mama, sehen diese auch regelmäßig und ich will und möchte für die Zuckerpuppen „Vera“ bleiben.
Und auch wenn ich „nur“ Vera bin, sie wissen, was sie an mir haben und können sich mir jederzeit anvertrauen und auf mich zählen – wie auf eine Mama.

Wer uns kennt, weiß natürlich, dass ich nicht die Mama der Kinder bin, mich aber trotzdem wie eine Mama um die beiden Zuckerpuppen kümmere und sorge. Trotzdem kommt es immer wieder mal zu der Situation, dass es zu diesem Satz „Sie ist gar nicht die Mama“ kommt. Beispielsweise wenn jemand mit den Kindern spricht und ich dabei erwähnt werde. Nachdem wir ja kaum von einer normalen Familie zu unterscheiden sind, nach außen hin zumindest, werde ich vor den Kindern häufig als Mama angesprochen.
Mittlerweile muss ich ja eh schmunzeln, denn es dauert keine 5 Sekunden und die beiden Zuckerpuppen klären die Situation auf. „Sie ist gar nicht die Mama, sie heißt Vera“ – so etwas oder zumindest etwas ähnliches kommt dann von den Kindern.

Was dann folgt ist in den meisten Fällen ähnlich. Zuerst ein verwunderter Blick von mir zu den Kindern und zurück, dann viele Fragezeichen im Gesicht und dann eine gestammelte Entschuldigung. Nicht selten kommen dann auch komische Kommentare wie „Ah du bist dann die Neue“ oder „Arme Kinder“. Glaubt mir, wir haben schon ziemlich vieles darüber gehört.

Wenn ich nur mit der großen Zuckerpuppe alleine unterwegs bin und uns jemand auf das Mama-Thema anspricht, dann nimmt sie es in den meisten Fällen kommentarlos hin. Sie will und muss sich ja nicht ständig erklären und wenn ihr jemand nicht so sympathisch erscheint, dann klärt sie die Situation auch nicht auf.

Verwunderlich finde ich allerdings immer wieder, dass sich die Menschen über uns als Patchworkfamilie dann doch mehr unterhalten, als über „normale“ Familien. Zumindest ist es schon häufig so gewesen, dass wir dann quasi ein Gesprächsthema für andere boten, die dann auch unerwünschte Meinungen preisgaben.

So oder so – wir wissen auf jeden Fall, in welchem Verhältnis wir zueinander stehen – auch wenn ich nicht die Mama bin, sondern nur die Stiefmama.

alles liebe,
eure Vera

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