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Homeschooling – Tipps und Tricks, damit es vielleicht besser klappt

Gleich zu Beginn möchte ich mich bei Verena von MamaWahnsinnHochVier bedanken, denn sie hat mich überhaupt auf die Idee gebracht, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Momentan befinden wir uns in einer absoluten Ausnahmesituation. Schulen sind leer, trotzdem sollen Schüler lernen bzw. Erlerntes vertiefen. Dislozierter Unterricht heißt es in der Fachsprache – ungewöhnlich für alle Beteiligten. Auch für uns Lehrer. Trotzdem ist es eben Unterricht und die Arbeitsaufträge sollten erledigt werden. Ich war zuerst auch etwas ratlos, obwohl ich täglich mit Unterricht zu tun habe. Weil ich, oder die überhaupt die Wenigsten, Erfahrungen mit Homeschooling haben und natürlich auch die Zuckerpuppen zuhause lernen sollten, habe ich mir ein paar Dinge überlegt, die vielleicht auch für ein paar von euch ganz hilfreich sein könnten:

  • Bewusstsein schaffen
    Es muss den Kindern klar sein, dass sie keine Ferien haben. Sie müssen momentan eben zuhause lernen, aber sie haben trotzdem Unterricht. Dislozierter Unterricht nennt sich diese Form und ist auch für uns Lehrer ungewöhnlich und für viele absolutes Neuland. Aber sie müssen / sollten die Arbeitsaufträge gewissenhaft erledigen, wie sie es eben auch in der Schule, im Rahmen des regulären Unterrichts, tun würden. 
  • fixe Lernzeiten und Pausen vereinbaren
    Damit die Kinder auch genau wissen, wann sie sich mit den Schulsachen beschäftigen sollten, kann man fixe Lernzeiten vereinbaren. Hier bietet sich der Vormittag besonders gut an, denn da wären sie ohnehin in der Schule. Außerdem ist es vielleicht nicht so schlecht, damit man den „Schulrhythmus“ nicht ganz verliert. Ebenso ist es vermutlich eine Erleichterung für jene, die momentan im HomeOffice arbeiten sollen, wenn es diese fix vereinbarten Lernzeiten gibt. Unbedingt sollte eine Pause eingeplant werden, die allerdings auch zeitlich begrenzt ist, damit die Kinder sich auch darauf gut einstellen können.
  • einen Arbeitsplan erstellen
    Je nach Lehrperson hat man unterschiedliche Lern- und Übungspakete bekommen. Einige mit genauem Datum versehen, andere wiederum nicht. Wichtig ist nur, dass an jedem Schultag etwas gemacht wird. Wer keinen genauen Plan bekommen hat, sollte sich selbst einen erstellen, damit man zumindest weiß, wann welche Aufgabe erledigt werden soll. Ansonsten steht man am Ende vielleicht noch vor vielen ungelösten Aufgaben und ist überfordert. 
    Am Anfang der Lernzeit hilft es eventuell auch, wenn man sich die Aufgaben aussucht, die man machen möchte. Dann hat man einen besseren Überblick und kann sich darauf besser konzentrieren. 
  • einen fixen Ort bestimmen
    Einmal Wohnzimmer, einmal Küche, einmal Kinderzimmer – keine so gute Idee. Ein fixer Platz, wo auch alle Schulsachen griffbereit liegen und man nicht durch viele andere Dinge abgelenkt wird, wäre meiner Meinung nach Ideal. 
  • Zeit geben und Verständnis aufbringen
    Wenn es mal eine Situation gibt, in der die Kinder völlig überfordert sind, sollte man Verständnis aufbringen. Sie sehen nur, was noch alles zu erledigen wäre und können es kaum einschätzen, wie viel Zeit sie noch dafür haben. So ein Übungspaket für drei Wochen ist ja keine normale Hausübung und viel umfangreicher. 
    Ebenso ist die Lernsituation für die SchülerInnen ungewöhnlich. Normalerweise werden Hausübungen zuhause erledigt, die überschaubar sind. Ich habe mich dann mit den Mädchen darauf geeinigt, dass wir einfach ausprobieren, wie es für uns am besten klappt. 
  • Hilfe
    Hilfestellung sollte erst dann gegeben werden, wenn sich die Kinder wirklich gar nicht zurechtfinden. In den meisten Fällen haben sie ja ein Übungspaket mitbekommen, wo kein neuer Unterrichtsstoff zu erarbeiten ist. Erst wenn die Kinder es versucht haben und es immer noch nicht verstehen, sollte man helfen. Selbst arbeiten lassen, lautet hier die Devise – manche Schüler machen es gut, manche brauchen eben mehrere Anläufe, weil es besonders für die Kleinen noch ungewohnt ist. In der Schule sitzt der Lehrer auch nicht immer daneben, sie müssen auch verschiedene Aufgaben alleine bewältigen, so sollte es auch zuhause sein. 
  • Den Lehrer kontaktieren
    In den meisten Fällen ist es so, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre Kontaktdaten bekannt gegeben haben, um für Rückfragen der Schülerinnen da zu sein. Hier nur keine Scheu, wenn ihr wirklich nicht weiterwisst, kontaktiert die Pädagogen! Es ist ja auch unsere Arbeitszeit und wir helfen euch und auch den Kindern natürlich gerne weiter, können eventuell Tipps geben oder auch telefonisch etwas erklären.
    Wir mussten auch in Windeseile diese Übungspakete zusammenstellen, die wenigsten haben damit wirklich Erfahrung und natürlich kann es sein, dass etwas dann für die SchülerInnen nicht ganz klar ist, was wiederum uns gar nicht wirklich bewusst ist. Also – keine Angst, meldet euch ruhig!

Natürlich kann es auch sein, dass manche Kinder alle Aufgaben ohne Aufforderung oder Hilfestellung bewältigen. Andere wiederum brauchen mehr Struktur und Plan. Die Zuckerpuppen brauchen da eher Struktur und müssen wissen, wann was kommt – sonst klappt es bei uns nur halb so gut.
Wir kennen die Schüler ja und verlangen keineswegs perfekt abgearbeitete Materialien – dies würde auch nicht zu jedem Kind passen. Wichtig ist jedoch, dass man sich einfach um die Erledigung der Aufgaben bemüht, so wie es eben jeder kann.

Hoffe für einige von euch ist etwas hilfreiches dabei 🙂

alles Liebe und bleibt gesund,
Vera

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